Ägyptische Sexbombe

 

(Screenshot watson.ch)

Publiziert am… 15.01.2017 auf watson

Ist sexistisch weil… Kleopatra als Sexobjekt porträtiert und über ihre Beziehungen zu Männern definiert wird. Ihre Politik ist nur in Abhängigkeit ihres Körpers und dessen Wirkung auf Männer dargestellt. Der spätere Kaiser August gilt als Tugendhaft, Marcus Antonius soll einen scharfe Verstand gehabt haben während Kleopatra ausschliesslich als verführerisch und leidenschaftlich dargestellt. Dies unterstreicht das alte sexistische Bild Frau=Körper, Mann=Hirn.

Könnte man besser machen indem… man historische Quellen reflektiert. Es mag sein, dass Kleopatra in vielen Quellen genau so dargestellt wird, dies sollte jedoch hinterfragt werden.

 

Shopping

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(Screenshot tagesanzeiger.ch)

Publiziert am… 29. Dezember 2016 auf tagesanzeiger.ch

Ist sexistisch weil… hier ein paar der mühsamsten und dümmsten Geschlechterklischees bedient werden. Die Frau geht shoppen; der Mann läuft ihr wie ein Hündchen nach. Die Frau zickt herum weil sie Komplexe wegen ihres Gewichts hat; der Mann fürchtet sich vor seinem Männlichkeitsverlust.

Könnte man besser machen, indem… man anerkennt, dass solche Glossen destruktiv sind. Und überhaupt: It’s not even funny.

 

Thank god she’s beautiful

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(Screenshot zentralplus.ch)

Publiziert am… 18. Dezember 2016 auf zentralplus.ch

Ist sexistisch weil… im Titel die Pfarrerin auf ihr Äusseres reduziert wird, als hätte sie keine berufsrelevanten Qualitäten. Im Artikel wird dann noch fundierter kritisiert, jedoch wird ihr Aussehen mehrfach erwähnt. Ihre Schönheit bekommt ein enormes Gewicht, wird nahezu verklärt und göttlich gemacht, die Predigt scheint nur noch Nebensache.

Könnte man besser machen, indem... nur die Art wie die Predigt gehalten wird, deren Inhalt und der Gottesdienst allgemein bewertet werden. Wie ästhetisch die Pfarrperson aussieht, ist total unwichtig für eine Predigt- oder Gottesdienstkritik. Das Aussehen der in diesem Beispiel Pfarrerin sollte keine Rolle spielen.

 

Der Blick erhält den ersten Goldenen Tampon

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523 Leser*innen unseres Blogs haben abgestimmt: Der sexistischste Medienartikel des Jahres ist das Blick-Interview mit Sportmoderatorin Steffi Buchli zu ihrer Mutterschaft. Damit ist der Blick der erste Empfänger des Goldene Tampons!

Am 16. Dezember fand die feierliche Übergabe an die Blick-Redaktion satt. Der Preis wurde in Form eines mit goldenen Tampons geschmückten Weihnachtsbaumes vor dem Ringier-Gebäude übergeben. Nachdem lange niemand aus der Redaktion am Empfang des Ringier-Gebäudes den Preis begutachten wollte, hat Kommunikationschef Edi Estermann den Preis in Vertretung entgegen genommen.
Lese mehr auf aktivistin.ch.

 

Verharmlosung von Gewalt gegen eine Frau

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(Screenshot thurgauerzeitung.ch)

Publiziert am… 8. Dezember 2016 auf thurgauerzeitung.ch

Ist sexistisch weil… die Headline Gewalt an einer Frau verharmlost. Das Wort «Beziehung» suggeriert die Mitschuld der Frau und eine gegenseitige Gewalt – was aber gemäss dem Artikel nicht der Fall ist.

Könnte man besser machen, indem… Opfern von häuslicher Gewalt durch Ausdrücke wie «Beziehungsdelikt» und «Familiendrama» nicht länger eine Mitschuld unterstellt wird.

 

Haarpracht als Karriere-Meilenstein

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(Screenshot blick.ch)

Publiziert am… 09. Dezember 2016 auf blick.ch

Ist sexistisch weil…. das Wichtigste und Herausragendste der Karriere laut dem Artikel ihre Frisur ist. Die Haarpracht wird zu einer riesigen Sache aufgebauscht. Eine Frau wird mal wieder nur auf ihr Äusseres und ein bestimmtes Körpermerkmal reduziert.

Könnte man besser machen, indem… man Erfolge herausstreicht und Frau Fasnachts langjährige Fernsehkarriere als Ganzes beleuchtet, anstatt unnötigerweise Frisuren en detail zu beschreiben.

 

 

10 Jahre Äusserlichkeiten

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(Screenshot tagesanzeiger.ch)

Publiziert am… 7. Dezember 2016 auf tagesanzeiger.ch

Ist sexistisch weil… ein ganzer Abschnitt des Artikels allein Doris Leuthards Kleidern gewidmet ist und sie es sogar in die Headline schaffen.

Könnte man besser machen, indem… man sich auch bei Politikerinnen auf das Wesentliche beschränkt: Ihre Politik.

 

Sportberichterstattung à la Blick

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(Screenshot blick.ch)

Publiziert am… 6. Dezember 2016 auf blick.ch

Ist sexistisch weil… sich auf der Sport-Seite von blick.ch von über dreissig Artikel gerade mal drei auf Sportlerinnen beziehen. Dabei gehts bei zweien um das Liebesleben der jeweiligen Sportlerin und bei einem um die Farbe ihrer Unterwäsche. Wow.

Könnte man besser machen, indem… man Frauen in der Sportberichterstattung mehr Platz einräumt. Und mit Sportberichterstattung meinen wir Berichte über SPORT. Nicht über Aussehen, Kleidung oder das Privatleben von Sportlerinnen. Alles klar, Blick? Schön, merci. Weitermachen.

 

Vom nicht gewinnen können

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(Screenshot blickamabend.ch)

Publiziert am… 5. Dezember 2016 auf blickamabend.ch

Ist sexistisch weil… Sophia Tomalla vorgeworfen wird, dass sie sich zu freizügig kleidet. Einerseits steht es der Schauspielerin frei, sich so anzuziehen, wie sie das möchte, und andererseits ist der Artikel heuchlerisch. Genau ein Blick am Abend macht regelmässig mit Brüsten und Ärschen von Frauen Schlagzeilen und ist nicht in der Position, Frauen zu kritisieren, freiwillig Haut zu zeigen.

Könnte man besser machen, indem… man dann Schlagzeilen schreibt, wenn es Schlagzeilen gibt.

 

20 Minuten im Sturzflug

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(Screenshot 20min.ch)

Publiziert am… 5. Dezember 2016 auf 20min.ch

Ist sexistisch weil… Maria Fagerström auf ihr Äusseres reduziert und als Sexsymbol in Szene gesetzt wird.

Könnte man besser machen, indem… man einen Artikel über Pilotinnen schreibt, die deren beruflichen Kompetenzen in den Vordergrund stellen. 20 Minuten schreibt: «Frauen im Cockpit sind noch immer eine Rarität. Weltweit beträgt ihr Anteil nur etwa fünf Prozent.» Solche Artikel, die Pilotinnen nicht als ernstzunehmende Berufsfrauen, sondern als sexualisierte Fetischobjekte präsentieren, werden wohl kaum dazu beitragen, dass mehr Frauen diese Laufbahn einschlagen.

 

Sexismus als Weihnachtsgeschenk verpackt

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(Screenshot blickamabend.ch)

Publiziert am… 2. Dezember 2016 im Blick am Abend

Ist sexistisch weil… die Hypothese, dass Männer mehr Geld ausgeben für Geschenke, weil sie nicht basteln und kochen können, generalisierend ist. Somit werden Stereotypen zementiert und reproduziert.

Könnte man besser machen, indem… man bei den Fakten bleibt und Studien kritisch hinterfragt. Wenn schon das «dickere Portemonnaie» erwähnt wird, könnte man auch daraufhinweisen, dass in der Schweiz ein Lohnunterschied von 18 Prozent zwischen Männern und Frauen besteht.

 

 

 

Wie wäre es mal mit Sport?

(Screenshot tagesanzeiger.ch)

Publiziert am… 1. Dezember 2016 auf tagesanzeiger.ch

Ist sexistisch, weil… 1. die Sportlerinnen auch noch selbst dafür verantwortlich gemacht werden, dass sich die Medien mehr für ihre Körper interessieren als für ihre sportlichen Leistungen und 2. weil versucht wird, zwei erfolgreiche Frauen gegeneinander auszuspielen, um das Klischee des «Zickenkriegs» zu bedienen. Denn dumme Fragen ergeben noch dümmere Folgeartikel.

Könnte man besser machen, indem… man nicht immer wieder dieselben langweiligen Klischees bedient, sondern die herausragenden sportlichen Leistungen der Athletinnen in den Mittelpunkt stellt.

 

Team Fitzgerald

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(Screenshot insideparadeplatz.ch)

Publiziert am… 29. November 2016 auf insideparadeplatz.ch

Ist sexistisch, weil… uff, wo fangen wir an? Warum nennt der Autor Frau Fitzgerald einfach «Miss Julie»? Warum beginnt der Text mit der Tatsache, dass sie vier Kinder hat? Was will uns der Autor mit der Formulierung «härter als jeder Mann» sagen? Warum konzentriert er sich auf ihre vermeintliche Schwäche, indem er das Fast-Burnout ganz am Anfang des Textes erwähnt? Wegen Sexismus in seiner reinsten Form.

Könnte man besser machen, indem… man Julie Fitzgerald nicht auf ihr Geschlecht reduziert, sondern sich auf ihr Können fokussiert.

 

 

Jetzt abstimmen für den sexistischsten Artikel des Jahres

 

Sexismus zeigt sich überall: Auf der Arbeit, beim Einkauf im Supermarkt, in der Werbung, beim Sport. Gerade weil Sexismus so alltäglich ist, fällt er vielen gar nicht auf. Doch er ist tief in unsere Kultur verankert – und betrifft uns alle. Einen grossen Beitrag zu diesem Problem leisten die Medien, denen wir in den letzten Monaten genauer auf die Finger geschaut haben. Das Ergebnis ist ernüchternd: Sexistische Berichterstattung steht in Schweizer Medien an der Tagesordnung. Wir haben nun die schlimmsten Artikel des Jahres ausgewählt.

Objektivierung der Frau

Die wohl häufigste Form von Sexismus in den Medien ist die Objektivierung von Frauen. Dies geschieht, indem nur über ihren Körper oder Teile ihres Körpers geschrieben wird, ohne dass frau als Individuum dargestellt wird. Gerade die Berichterstattung zur Olympiade war ein Paradebeispiel dieser Art von Sexismus: Medien berichteten landesweit oft und gerne über die Äusserlichkeiten von Athletinnen. An vorderster Front war die Pendlerzeitung 20 Minuten mit dabei. Allgemein beachten wir bei diesem Medium eine besorgniserregende Zunahme von sexistischen Artikeln.

http://medienpranger.ch/sexy-sportlerinnen/ 

Veraltete Rollenbilder

Männer trinken Bier und schauen Fussball; Frauen waschen Sohnemanns Wäsche und sind zuständig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Eine weitere Facette von Sexismus in den Medien ist, wenn antiquierte Gender-Normen unhinterfragt reproduziert werden. Als die Sport-Moderatorin Steffi Buchli dieses Jahr Mutter wurde, musste sie sich vom Blick Fragen gefallen lassen, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten sind. Sind Sie die Schwangerschaftskilos schon weg? Warum gehen Sie schon so früh wieder arbeiten? Warum sind Sie so spät Mutter geworden? Solche Fragen mit unterschwelligen Vorwürfen zementieren das Bild, dass frau gefälligst zuhause bei Kind und Küche bleiben sollte.

http://medienpranger.ch/steffi-buchli/

Unterschiedliche Bewertung einer identischen Leistung

Wenn über Leistung von Frauen geschrieben wird, werden häufig ohne nachvollziehbare Gründe andere Massstäbe als bei Männern verwendet. Diesen Frühling hat eine Gruppe junger Menschen massgeblich dazu beigetragen, dass die Durchsetzungsinitiative vor dem Volk gescheitert ist. Aber: Every revolution needs a postergirl. Bei dieser wars Flavia Kleiner. Was besonders bitter war: Kleiner wurde von den Medien zuerst hochgejubelt und danach dafür bestraft, im Vordergrund zu stehen. Es gipfelte in einem Bericht der Schweiz am Sonntag, die Kleiner als «die Überbewertete» bezeichnete – und sie unter anderem mit der Reduktion auf ihre Kleiderwahl kleinmachte.

http://medienpranger.ch/pink-stinks/

Das Voting ist eröffnet

Der Medienpranger funktioniert demokratisch! Leserinnen und Leser können vom 1. bis zum 10. Dezember 2016 für den widerlichsten Sexismus abstimmen. Als wir diesen Blog lancierten, versprachen wir dem Medium mit dem sexistischsten Artikel einen goldenen Tampon. Die Übergabe findet am 16. Dezember statt.

   
20 Minuten über Sportlerinnen
93 Vote
Blick über Mütter und veraltete Rollenbilder
311 Vote
Die Schweiz am Sonntag gegen Flavia Kleiner
122 Vote
 

Etwas Sexismus zum Nationalfeiertag

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(Screenshot blickamabend.ch)

Publiziert am… 28. November 2016 auf blickamabend.ch

Ist sexistisch, weil… die Frauen auf ihr Äusseres reduziert werden und nur dazu da sind, „euch den Tag zu verüssen“. Dass einem zum Unabhängigkeitstag von Albanien tatsächlich nichts besseres einfällt, als die gefühlt millionste Top-Ten-Liste über „heisse Frauen“ zu veröffentlichen, ist nicht nur sexistisch, sondern auch unglaublich einfallslos.

Könnte man besser machen, indem… man zum Beispiel zehn albanische Politikerinnen vorgestellt hätte – mit dem Fokus auf ihre Leistungen, nicht auf ihr Aussehen.