Verharmlosung von sexueller Gewalt

(Screenshot watson.ch)

Publiziert am… 12. August 2019 auf watson.ch

Ist sexistisch, weil… von „Sex mit Mädchen“ geschrieben wird. Das ist eine krasse Verharmlosung von Missbrauch und von einer Straftat. Sex basiert auf gegenseitigem Einverständnis – Minderjährige können dieses nicht geben. Es geht also im Fall Epstein sicher nicht um Sex, sondern um Missbrauch.

Könnte man besser machen, indem…  beim Namen genannt wird, dass es sich um eine Straftat und um Missbrauch handelt.

 

Über die Willkür der biologischen Einteilung in Geschlechter

(Screenshot nau.ch)

Publiziert am… 01. Mai 2019 auf nau.ch

Ist sexistisch, weil… der Kommentar die Läuferin*  zum Läufer* macht. Dies einzig und allein auf der Basis eines natürlich erhöhten Testosteron-Spiegels. Das ist cis-heteronormativ, binär, völlig überholt und spricht Caster Semenya ihr* Geschlecht und sportliche Leistung ab.

Könnte man besser machen, indem…  darüber reflektiert wird, ob wirklich nur der Hormonspiegel über den Erfolg oder Misserfolg einer* Athletin* oder eines* Athleten* entscheidet. Andere Faktoren wie fehlender Zugang zu Trainingsinfrastruktur, Nahrung, Förderung usw. führt dazu, dass ähnlich talentierte Frauen* nie erfahren, dass sie* über eine ungewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Und das ist mindestens genau so ungerecht, wie ein erhöhter Testosteronspiegel. Dem IAAF steht es aber ganz sicher nicht zu, darüber zu urteilen, wann eine Frau* eine Frau* ist – frei nach Grönemeyer. Caster Semenya entscheidet ganz allein darüber, welches Geschlecht sie* (nicht) haben möchte.

 

Wenn Prominente über dem Gesetz stehen und Frauen* alles für Aufmerksamkeit tun

(Screenshot tagesanzeiger.ch)

 

Publiziert am… 21.März 2019 auf tagesanzeiger.ch

Ist sexistisch, weil… es überhaupt nicht hinterfragt wird, dass Christiano Ronaldo sich den Justizbehörden entzieht und darin von seinem Fussballclub auch noch unterstützt wird. Und die Aussage von C. Ronaldo, dass Frauen* ihn eh nur beschuldigen, damit sie berühmt werden, ebenfalls nicht kritisiert wird. Zudem werden seine spielerischen Leistungen in den Mittelpunkt gestellt.

Könnte man besser machen, indem… die Situation und das Verhalten von C. Ronaldo und seines Fussballclubs kritisch hinterfragt werden. Das ist ein typischer Fall von subtiler Verharmolsung von sexulaisierter Gewalt.

 

 

 

Goldener Tampon 2018

Am 20.08.2018 wurde in den Schaffhauser Nachrichten eine Karikatur von Pascal Coffez veröffentlicht, die eine übergrosse, monstruöse Tamara Funiciello mit unbekleidetem Oberkörper zeigt. Der Anlass zur Veröffentlichung der Karikatur war Funiciellos Rede als Reaktion auf die gewalttätigen Angriffe auf Frauen* in Genf in diesem Sommer.

Die Karikatur bedient dabei sexistische Stereotypen und verletzt die Privatsphäre von T. Funiciello, in dem ihre Handynummer in der Zeitung publiziert wird.

Feministinnen* als hässliche, hysterisch schreiende Frauen* darzustellen reproduziert ein altes, abgegriffenes Stereotyp. Es stellt Aktivismus für Frauen*rechte als übertreiben und unbedeutend dar.

Zudem ist problematisch, dass die wichtige Botschaft in Funiciellos Rede gegen Gewalt an Frauen* keine Beachtung fand, obwohl dies die Kernaussage ihrer Rede darstellte. Strukturelle Gründe für Gewalt an Frauen und die Forderungen nach Frauen*rechten werden systematisch übergangen und finden keine breite Beachtung.

Heute, am 17.12.2018, gegen 17 Uhr übergab Aktivistin.ch den goldenen Tampon den Schaffhauser Nachrichten. Sie wurde vom Frauenstammtisch Schaffhausen und den Jungsozialist*innen begleitet. Dabei haben die Aktivist*innen ein Weihnachtslied zum Thema Sexismus zum Besten gegeben.

Wir fordern, dass Medien ihre Verantwortung zur fairen, ausgeglichenen Berichterstattung sowie zum Schutz der persönlichen Privatsphäre wahrnehmen und Sexismus als das darstellen, was er ist: Ein Problem unserer Gesellschaft.

 

Verleihung goldener Tampon

Nach langer Pause melden wir uns zurück und verleihen 2018 wieder den goldenen Tampon für die sexistischste Berichterstattung.

Weitere Informationen folgen. Seid gespannt.

 

Frauen sind Musen

(Screenshot srf.ch)

Publiziert am… 05. Oktober 2017 auf srf.ch

Ist sexistisch, weil… Anne Wiazemsky, eine Autorin und Schauspielerin, hauptsächlich über einen Mann definiert wird, dadurch, dass sie als „Muse von“ bezeichnet wird. Dadurch wird suggeriert, dass ihr Haupttätigkeit darin bestand, einem bekannten Mann als Inspiration zu dienen.

Könnte man besser machen, indem…  man ihre einen künstlerischen Leistungen in den Vordergrund rückt und sie nicht primär über ihre Wirkung auf einen mänlichen Künstler definiert.

 

Backlash par excellence

(Foto Winterthurer Zeitung)

Publiziert am… 5. Juli 2017 in der Winterthurer Zeitung

Ist sexistisch, weil… Textilienpflege explizit als exklusive Frauen*arbeit dargestellt wird. Dies wird verstärkt dadurch, dass der Artikel auf der „Seite für die Frau“ publiziert wird. Zudem hat die Frau* dabei noch auf Kinder aufzupassen, wie das Foto suggeriert.

Könnte man besser machen, indem… man veralteten Rollenbilder nicht weiter reproduziert, sondern versucht sie zu hinterfragen oder aufzubrechen.

 

Stoppt die Bagatellisierung von sexuellen Übergriffen!

(Screenschot watson.ch)

Publiziert am… 18. Mai 2017 auf watson.ch

Ist sexistisch weil… sexuelle Übergriffe und Belästigungen durch die Bezeichnung „Sex-Vorwurf“ bagatellisier werden.

Könnte man besser machen, indem… man nicht banalisiert und die Dinge korrekt beim Namen nennt.

 

 

 

Wenn eine Frau zum Körperteil gemacht wird

 

(Screenshot NZZ am Sontag)

Publiziert am… 14.Mai 2017 auf NZZ am Sontag

Ist sexistisch weil… weil hier eine Frau objektiviert wird, indem man sie auf einen Körperteil reduziert und auch noch suggeriert wird, dass Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit durch eine Heirat „gerettet“ werden müsste.

Könnte man besser machen, indem… man sich auf eine sachliche Darstellung der bevorstehende Eheschliessung beschränkt, wenn das denn wirklich eine Nachricht wert ist.

 

Der „Perfekter After-Baby-Body“ ist… Noch so ein Begriff, auf den die Welt gut verzichten kann!

(Screenshot 20min.ch)

Publiziert am… 20. April 2017 auf 20min.ch

Ist sexistisch weil… Ein weiblicher Körper laut Titel nach der Geburt nur dann perfekt ist, wenn man von der Geburt nichts mehr sieht. Frauen sind also nur schön anzusehen und zum Kindergebären gut, am besten sieht man aber von letzteren bereits nach 3 Wochen nichts mehr. Für viele Frauen ein unmöglich erreichbarer Anspruch.

Könnte man besser machen, indem… Man mehr Bilder von realistischen Körpern nach der Geburt zeigt und einen Körper, der keine Spuren der Schwangerschaft mehr zeigt, nicht als „perfekt“ betitelt.

 

Schwangerschaft und Leistungssport – Take 2

(Screenshot 20minuten.ch)

Publiziert am… 20. April 2017

Und wieder schafft es 20minuten einen ohnehin schon tendenziösen Artikel vom Tagesanzeiger völlig zu verhunzen. Während der Tageszeiger immerhin bemerkt, es stünde Aussenstehenden nicht zu, Williams Verhalten in Frage zu stellen – um dann gleichwohl trotzdem zu fragen: «War es für den achtwöchigen Fötus nicht gefährlich, dass sie ihren Körper in der australischen Hitze an die Leistungsgrenze trieb?» – streicht 20minuten solche Erwägungen gleich ganz aus ihrer Version des Artikels.

Ist sexistisch weil… hier öffentlich in Frage gestellt wird, ob Williams während ihrer Schwangerschaft ihrem Beruf nachgehen darf.

Könnte man besser machen, indem… statt dessen der Frage nachgeht, warum es eigentlich keine gescheiten Studien über Schwangerschaft und Spitzensport gibt, obwohl doch dank intensiver Berichterstattung zum Thema mittlerweile jedem klar sein dürfte, dass auch Spitzensportlerinnen schwanger werden können.

 

Schwanger und Leistungssport

(Screenshot 20minuten.ch)

Publiziert am… 15. April 2017

Ist sexistisch weil… jede Frau selber entscheiden soll, wann sie während der Schwangerschaft mit dem Sport aufhören möchte.

Könnte man besser machen, indem… nur über ihre sportliche Leistung berichtet wird.

 

Leistung statt Körper bewerten

(Screenshot 20 Minuten)

Publiziert am… 10.April 2017 auf 20minuten.ch

Ist sexistisch, weil… die Leser*innen aufgefordert werden, die Attraktivität von Daniela Ryfs Körper zu bewerten.

Könnte man besser machen, indem… man Daniela Ryfs Körper nicht objektiviert und andere dazu auffordert, sondern über ihre sportlichen Leistungen berichtet.

 

Peter, Rolf und «Schnägg» in Thailand…

(Screenshot blick.ch)

Publiziert am… 5. April 2017 auf blick.ch.

Ist sexistisch, weil… der Sextourismus in Thailand wie in einem Werbefilm dargestellt wird und nur Freier zur Sprache kommen während die im Sexgewerbe involvierten Frauen ganz unhinterfragt als Waren dargestellt werden.

Könnte man besser machen, indem… Prostitution nicht pauschal verharmlost und beworben wird. Nur Freier sprechen zu lassen, verzerrt das Bild gefährlich. In einer Reportage über den Sextourismus in Thailand sollten die der Prostitution häufig innewohnende sexualisierte Gewalt, Trafficking und Zwangsprostitution, sowie Prostitution von Minderjährigen nicht einfach verschwiegen werden. Auch bräuchte es eine Diskussion über den Umstand, dass aufgrund der globalen Ungleichheit Schweizer Männer in Asien sexuelle Akte für den Preis von einem Kaffee und einem Gipfeli kaufen können, und dies als ein «Standortvorteil» und eine «Touristenattraktion» Thailands dargestellt wird.

 

Ein No-Go, Herr Hildbrand!

(Screenshot persoenlich.com)

Publiziert am… 26. März 2017 auf persoenlich.com

Ist sexistisch, weil… der Kritiker kaum über den Moderationsstil von Bettina Bestgen spricht, sondern hauptsächlich ihre Tattoos zum Thema macht. In einem moralisierenden, paternalistischen Ton urteilt er darüber, welche Tattoos „sexy“ und welche für ein Bundesratsinterview ungeeignet sind. Es schient ihm völlig entgangen zu sein, dass dies nicht seiner Deutunghoheit unterliegt und dass jede Frau ihren Körper schmücken kann, wie sie will.
Faszinierend, wie Herr Hildbrand es schafft, dieser vor Sexismus triefenden Kritik auch noch einen Schuss Rassismus zu verleihen, indem er Bestgens Tätowierungen mit der „Kriegsbemalung“ der „Indianer“ vergleicht.

Könnte man besser machen, indem… man aufhört, Männern eine Plattform zu bieten, um moralinsauer, sexistisch und rassistisch über Frauenkörper zu urteilen.