Wenn eine Frau zum Körperteil gemacht wird

 

(Screenshot NZZ am Sontag)

Publiziert am… 14.Mai 2017 auf NZZ am Sontag

Ist sexistisch weil… weil hier eine Frau objektiviert wird, indem man sie auf einen Körperteil reduziert und auch noch suggeriert wird, dass Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit durch eine Heirat „gerettet“ werden müsste.

Könnte man besser machen, indem… man sich auf eine sachliche Darstellung der bevorstehende Eheschliessung beschränkt, wenn das denn wirklich eine Nachricht wert ist.

 

Schwangerschaft und Leistungssport – Take 2

(Screenshot 20minuten.ch)

Publiziert am… 20. April 2017

Und wieder schafft es 20minuten einen ohnehin schon tendenziösen Artikel vom Tagesanzeiger völlig zu verhunzen. Während der Tageszeiger immerhin bemerkt, es stünde Aussenstehenden nicht zu, Williams Verhalten in Frage zu stellen – um dann gleichwohl trotzdem zu fragen: «War es für den achtwöchigen Fötus nicht gefährlich, dass sie ihren Körper in der australischen Hitze an die Leistungsgrenze trieb?» – streicht 20minuten solche Erwägungen gleich ganz aus ihrer Version des Artikels.

Ist sexistisch weil… hier öffentlich in Frage gestellt wird, ob Williams während ihrer Schwangerschaft ihrem Beruf nachgehen darf.

Könnte man besser machen, indem… statt dessen der Frage nachgeht, warum es eigentlich keine gescheiten Studien über Schwangerschaft und Spitzensport gibt, obwohl doch dank intensiver Berichterstattung zum Thema mittlerweile jedem klar sein dürfte, dass auch Spitzensportlerinnen schwanger werden können.

 

Peter, Rolf und «Schnägg» in Thailand…

(Screenshot blick.ch)

Publiziert am… 5. April 2017 auf blick.ch.

Ist sexistisch, weil… der Sextourismus in Thailand wie in einem Werbefilm dargestellt wird und nur Freier zur Sprache kommen während die im Sexgewerbe involvierten Frauen ganz unhinterfragt als Waren dargestellt werden.

Könnte man besser machen, indem… Prostitution nicht pauschal verharmlost und beworben wird. Nur Freier sprechen zu lassen, verzerrt das Bild gefährlich. In einer Reportage über den Sextourismus in Thailand sollten die der Prostitution häufig innewohnende sexualisierte Gewalt, Trafficking und Zwangsprostitution, sowie Prostitution von Minderjährigen nicht einfach verschwiegen werden. Auch bräuchte es eine Diskussion über den Umstand, dass aufgrund der globalen Ungleichheit Schweizer Männer in Asien sexuelle Akte für den Preis von einem Kaffee und einem Gipfeli kaufen können, und dies als ein «Standortvorteil» und eine «Touristenattraktion» Thailands dargestellt wird.

 

Objektivierung macht keinen Spass

(Screenshot facebook Radio FM1)

Publiziert am… 08. März 2017 auf der facebook-Seite von Radio FM1.

Ist sexistisch weil… Frauen mal wieder auf ihren Körper reduziert und mit Objekten gleich gesetzt werden. Sie müssen dem heterosexuellen männlichen Betrachter gefallen und „Spass machen“.

Könnte man besser machen, indem… man solche verachtenden Objektivierungen und Sexualisierungen sein lässt.

 

Ägyptische Sexbombe

 

(Screenshot watson.ch)

Publiziert am… 15.01.2017 auf watson

Ist sexistisch weil… Kleopatra als Sexobjekt porträtiert und über ihre Beziehungen zu Männern definiert wird. Ihre Politik ist nur in Abhängigkeit ihres Körpers und dessen Wirkung auf Männer dargestellt. Der spätere Kaiser August gilt als Tugendhaft, Marcus Antonius soll einen scharfen Verstand gehabt haben, während Kleopatra ausschliesslich als verführerisch und leidenschaftlich dargestellt wird. Dies unterstreicht das alte sexistische Bild Frau=Körper, Mann=Hirn.

Könnte man besser machen indem… man historische Quellen reflektiert. Es mag sein, dass Kleopatra in vielen Quellen genau so dargestellt wird, dies sollte jedoch hinterfragt werden.

 

Thank god she’s beautiful

medienpranger-pfarrerin

(Screenshot zentralplus.ch)

Publiziert am… 18. Dezember 2016 auf zentralplus.ch

Ist sexistisch weil… im Titel die Pfarrerin auf ihr Äusseres reduziert wird, als hätte sie keine berufsrelevanten Qualitäten. Im Artikel wird dann noch fundierter kritisiert, jedoch wird ihr Aussehen mehrfach erwähnt. Ihre Schönheit bekommt ein enormes Gewicht, wird nahezu verklärt und göttlich gemacht, die Predigt scheint nur noch Nebensache.

Könnte man besser machen, indem... nur die Art wie die Predigt gehalten wird, deren Inhalt und der Gottesdienst allgemein bewertet werden. Wie ästhetisch die Pfarrperson aussieht, ist total unwichtig für eine Predigt- oder Gottesdienstkritik. Das Aussehen der in diesem Beispiel Pfarrerin sollte keine Rolle spielen.

 

Der Blick erhält den ersten Goldenen Tampon

dscn49291

523 Leser*innen unseres Blogs haben abgestimmt: Der sexistischste Medienartikel des Jahres ist das Blick-Interview mit Sportmoderatorin Steffi Buchli zu ihrer Mutterschaft. Damit ist der Blick der erste Empfänger des Goldene Tampons!

Am 16. Dezember fand die feierliche Übergabe an die Blick-Redaktion satt. Der Preis wurde in Form eines mit goldenen Tampons geschmückten Weihnachtsbaumes vor dem Ringier-Gebäude übergeben. Nachdem lange niemand aus der Redaktion am Empfang des Ringier-Gebäudes den Preis begutachten wollte, hat Kommunikationschef Edi Estermann den Preis in Vertretung entgegen genommen.
Lese mehr auf aktivistin.ch.

 

Jetzt abstimmen für den sexistischsten Artikel des Jahres

 

Sexismus zeigt sich überall: Auf der Arbeit, beim Einkauf im Supermarkt, in der Werbung, beim Sport. Gerade weil Sexismus so alltäglich ist, fällt er vielen gar nicht auf. Doch er ist tief in unsere Kultur verankert – und betrifft uns alle. Einen grossen Beitrag zu diesem Problem leisten die Medien, denen wir in den letzten Monaten genauer auf die Finger geschaut haben. Das Ergebnis ist ernüchternd: Sexistische Berichterstattung steht in Schweizer Medien an der Tagesordnung. Wir haben nun die schlimmsten Artikel des Jahres ausgewählt.

Objektivierung der Frau

Die wohl häufigste Form von Sexismus in den Medien ist die Objektivierung von Frauen. Dies geschieht, indem nur über ihren Körper oder Teile ihres Körpers geschrieben wird, ohne dass frau als Individuum dargestellt wird. Gerade die Berichterstattung zur Olympiade war ein Paradebeispiel dieser Art von Sexismus: Medien berichteten landesweit oft und gerne über die Äusserlichkeiten von Athletinnen. An vorderster Front war die Pendlerzeitung 20 Minuten mit dabei. Allgemein beachten wir bei diesem Medium eine besorgniserregende Zunahme von sexistischen Artikeln.

http://medienpranger.ch/sexy-sportlerinnen/ 

Veraltete Rollenbilder

Männer trinken Bier und schauen Fussball; Frauen waschen Sohnemanns Wäsche und sind zuständig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Eine weitere Facette von Sexismus in den Medien ist, wenn antiquierte Gender-Normen unhinterfragt reproduziert werden. Als die Sport-Moderatorin Steffi Buchli dieses Jahr Mutter wurde, musste sie sich vom Blick Fragen gefallen lassen, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten sind. Sind Sie die Schwangerschaftskilos schon weg? Warum gehen Sie schon so früh wieder arbeiten? Warum sind Sie so spät Mutter geworden? Solche Fragen mit unterschwelligen Vorwürfen zementieren das Bild, dass frau gefälligst zuhause bei Kind und Küche bleiben sollte.

http://medienpranger.ch/steffi-buchli/

Unterschiedliche Bewertung einer identischen Leistung

Wenn über Leistung von Frauen geschrieben wird, werden häufig ohne nachvollziehbare Gründe andere Massstäbe als bei Männern verwendet. Diesen Frühling hat eine Gruppe junger Menschen massgeblich dazu beigetragen, dass die Durchsetzungsinitiative vor dem Volk gescheitert ist. Aber: Every revolution needs a postergirl. Bei dieser wars Flavia Kleiner. Was besonders bitter war: Kleiner wurde von den Medien zuerst hochgejubelt und danach dafür bestraft, im Vordergrund zu stehen. Es gipfelte in einem Bericht der Schweiz am Sonntag, die Kleiner als «die Überbewertete» bezeichnete – und sie unter anderem mit der Reduktion auf ihre Kleiderwahl kleinmachte.

http://medienpranger.ch/pink-stinks/

Das Voting ist eröffnet

Der Medienpranger funktioniert demokratisch! Leserinnen und Leser können vom 1. bis zum 10. Dezember 2016 für den widerlichsten Sexismus abstimmen. Als wir diesen Blog lancierten, versprachen wir dem Medium mit dem sexistischsten Artikel einen goldenen Tampon. Die Übergabe findet am 16. Dezember statt.

   
20 Minuten über Sportlerinnen
93 Vote
Blick über Mütter und veraltete Rollenbilder
312 Vote
Die Schweiz am Sonntag gegen Flavia Kleiner
124 Vote
 

Der eigentliche Skandal…

sexskandal

(Screenshot bzbasel.ch)

Publiziert am… 13. Oktober auf bzbasel.ch

Ist sexistisch, weil… aus einem sexuellen Übergriff auf eine stark alkoholisierte Frau, die nicht mehr in der Lage war, den Handlungen zuzustimmen, lapidar ein „Sex-Skandal“ wird.

Könnte man besser machen, indem… Dinge beim Namen nennt. Eine einfache Formel, die im Zweifelsfalle hilfreich sein kann: Sex ohne Zustimmung aller Beteiligten = Übergriff/Vergewaltigung.

 

Teaserbild Fail III

poleposition

(Screenshot tageswoche.ch)

Publiziert am… 10. August auf 20minuten.ch

Ist sexistisch, weil… einmal mehr eine leichtbekleidete Frau dazu benutzt wird, Klicks für ein Thema zu generieren, welches überhaupt nichts mit nackter Haut zu tun hat.

Könnte man besser machen, indem… man eine Collage bastelt, die ohne Sexismus auskommt.

 

Jugendwahn bei der Schweiz am Sonntag

Bildschirmfoto 2016-08-05 um 14.26.53

(Screenshot schweizamsonntag.ch)

Publiziert am… 30. Juli auf schweizamsonntag.ch

Ist sexistisch, weil… Patrizia Laeri im Artikel jegliche Kompetenz abgesprochen wird. Weil sie jung und gutaussehend ist. Das passiert systematisch bei Frauen.

Könnte man besser machen, indem… man damit aufhört, Frauen ständig miteinander zu vergleichen. Schon gar nicht in Aussehen und Alter. Und indem man eine Moderatorin nicht zum Hobby-Model degradiert.

 

Hey, sister!


Bildschirmfoto 2016-07-09 um 12.59.56

(Screenshot von 20min.ch)

Publiziert am… 6. Juni auf 20min.ch.

Ist sexistisch, weil… wir es hier mit einer Ausweitung der Spielerfrauen-Thematik zu tun haben. Frauen sind nur interessant, weil sie mit einem erfolgreichen Mann verwandt sind und gut aussehen. Durch eine Umfrage werden die Frauen miteinander verglichen und bewertet.

Könnte man besser machen, indem… man statt über Spielerschwestern einfach mal über Frauenfussball berichtet.