Backlash par excellence

(Foto Winterthurer Zeitung)

Publiziert am… 5. Juli 2017 in der Winterthurer Zeitung

Ist sexistisch, weil… Textilienpflege explizit als exklusive Frauen*arbeit dargestellt wird. Dies wird verstärkt dadurch, dass der Artikel auf der „Seite für die Frau“ publiziert wird. Zudem hat die Frau* dabei noch auf Kinder aufzupassen, wie das Foto suggeriert.

Könnte man besser machen, indem… man veralteten Rollenbilder nicht weiter reproduziert, sondern versucht sie zu hinterfragen oder aufzubrechen.

 

Wenn eine Frau zum Körperteil gemacht wird

 

(Screenshot NZZ am Sontag)

Publiziert am… 14.Mai 2017 auf NZZ am Sontag

Ist sexistisch weil… weil hier eine Frau objektiviert wird, indem man sie auf einen Körperteil reduziert und auch noch suggeriert wird, dass Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit durch eine Heirat „gerettet“ werden müsste.

Könnte man besser machen, indem… man sich auf eine sachliche Darstellung der bevorstehende Eheschliessung beschränkt, wenn das denn wirklich eine Nachricht wert ist.

 

Peter, Rolf und «Schnägg» in Thailand…

(Screenshot blick.ch)

Publiziert am… 5. April 2017 auf blick.ch.

Ist sexistisch, weil… der Sextourismus in Thailand wie in einem Werbefilm dargestellt wird und nur Freier zur Sprache kommen während die im Sexgewerbe involvierten Frauen ganz unhinterfragt als Waren dargestellt werden.

Könnte man besser machen, indem… Prostitution nicht pauschal verharmlost und beworben wird. Nur Freier sprechen zu lassen, verzerrt das Bild gefährlich. In einer Reportage über den Sextourismus in Thailand sollten die der Prostitution häufig innewohnende sexualisierte Gewalt, Trafficking und Zwangsprostitution, sowie Prostitution von Minderjährigen nicht einfach verschwiegen werden. Auch bräuchte es eine Diskussion über den Umstand, dass aufgrund der globalen Ungleichheit Schweizer Männer in Asien sexuelle Akte für den Preis von einem Kaffee und einem Gipfeli kaufen können, und dies als ein «Standortvorteil» und eine «Touristenattraktion» Thailands dargestellt wird.

 

Ein No-Go, Herr Hildbrand!

(Screenshot persoenlich.com)

Publiziert am… 26. März 2017 auf persoenlich.com

Ist sexistisch, weil… der Kritiker kaum über den Moderationsstil von Bettina Bestgen spricht, sondern hauptsächlich ihre Tattoos zum Thema macht. In einem moralisierenden, paternalistischen Ton urteilt er darüber, welche Tattoos „sexy“ und welche für ein Bundesratsinterview ungeeignet sind. Es schient ihm völlig entgangen zu sein, dass dies nicht seiner Deutunghoheit unterliegt und dass jede Frau ihren Körper schmücken kann, wie sie will.
Faszinierend, wie Herr Hildbrand es schafft, dieser vor Sexismus triefenden Kritik auch noch einen Schuss Rassismus zu verleihen, indem er Bestgens Tätowierungen mit der „Kriegsbemalung“ der „Indianer“ vergleicht.

Könnte man besser machen, indem… man aufhört, Männern eine Plattform zu bieten, um moralinsauer, sexistisch und rassistisch über Frauenkörper zu urteilen.

 

Die Halbwertszeit von Sexismus

(Screenshot 20min.ch)

Publiziert am… 14. März 2017 auf 20min.ch

Ist sexistisch, weil…  Frauen als „heisse Feger“ bezeichnet werden und nur als Objekte, welche ein Auto „verschönern“ gesehen werden. Zudem wird den Männern unterstellt, dass sie grosses Interesse an den sogenannten Hostessen haben, was eine heteronormative Sichtweise ist.

Könnte man besser machen, indem… man Umfragen mit solch sexistischer Wortwahl sein lässt und Frauen nicht objektiviert. Wie wärs, wenn man stattdessen die Hostessen einmal selber zu Wort kommen lässt? Wie zum Beispiel hier: Hostessen erzählen von sexueller Belästigung und Sexismus auf der Automesse

 

Objektivierung macht keinen Spass

(Screenshot facebook Radio FM1)

Publiziert am… 08. März 2017 auf der facebook-Seite von Radio FM1.

Ist sexistisch weil… Frauen mal wieder auf ihren Körper reduziert und mit Objekten gleich gesetzt werden. Sie müssen dem heterosexuellen männlichen Betrachter gefallen und „Spass machen“.

Könnte man besser machen, indem… man solche verachtenden Objektivierungen und Sexualisierungen sein lässt.

 

First Kleiderständer

(Screenshot tagesanzeiger.ch)

Publiziert am… 20. Januar 2017 auf tagesanzeiger.ch

Ist sexistisch, weil… die ehemaligen First Ladies auf Äusserlichkeiten reduziert werden und impliziert wird, dass man von der Kleiderwahl darauf schliessen kann, wie eine First Lady mit Druck umgeht. Der Artikel suggeriert, dass alle Frauen sich bei öffentlichen Auftritten grosse Gedanken über ihre Kleidung machen (müssen). Zudem stülpt man moralische Vorstellungen über eine Frau, wenn man behauptet, dass sie besonders unter Beobachtung steht, weil sie sich auch schon leicht bekleidet präsentiert hat.

Könnte man besser machen, indem… man moralische Vorstellungen weglässt und nicht über ein subjektiv als Modefehlgriff empfundenes Kleid auf die Stärke einer Frau schliesst. Stilkritik kann man machen, optimaler wäre, wenn man dann gleichzeitig noch kurz auf Erfolge oder Spezielles der First Ladies eingeht.

 

 

Shopping

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(Screenshot tagesanzeiger.ch)

Publiziert am… 29. Dezember 2016 auf tagesanzeiger.ch

Ist sexistisch weil… hier ein paar der mühsamsten und dümmsten Geschlechterklischees bedient werden. Die Frau geht shoppen; der Mann läuft ihr wie ein Hündchen nach. Die Frau zickt herum weil sie Komplexe wegen ihres Gewichts hat; der Mann fürchtet sich vor seinem Männlichkeitsverlust.

Könnte man besser machen, indem… man anerkennt, dass solche Glossen destruktiv sind. Und überhaupt: It’s not even funny.

 

Thank god she’s beautiful

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(Screenshot zentralplus.ch)

Publiziert am… 18. Dezember 2016 auf zentralplus.ch

Ist sexistisch weil… im Titel die Pfarrerin auf ihr Äusseres reduziert wird, als hätte sie keine berufsrelevanten Qualitäten. Im Artikel wird dann noch fundierter kritisiert, jedoch wird ihr Aussehen mehrfach erwähnt. Ihre Schönheit bekommt ein enormes Gewicht, wird nahezu verklärt und göttlich gemacht, die Predigt scheint nur noch Nebensache.

Könnte man besser machen, indem... nur die Art wie die Predigt gehalten wird, deren Inhalt und der Gottesdienst allgemein bewertet werden. Wie ästhetisch die Pfarrperson aussieht, ist total unwichtig für eine Predigt- oder Gottesdienstkritik. Das Aussehen der in diesem Beispiel Pfarrerin sollte keine Rolle spielen.

 

Verharmlosung von Gewalt gegen eine Frau

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(Screenshot thurgauerzeitung.ch)

Publiziert am… 8. Dezember 2016 auf thurgauerzeitung.ch

Ist sexistisch weil… die Headline Gewalt an einer Frau verharmlost. Das Wort «Beziehung» suggeriert die Mitschuld der Frau und eine gegenseitige Gewalt – was aber gemäss dem Artikel nicht der Fall ist.

Könnte man besser machen, indem… Opfern von häuslicher Gewalt durch Ausdrücke wie «Beziehungsdelikt» und «Familiendrama» nicht länger eine Mitschuld unterstellt wird.

 

Sexismus als Weihnachtsgeschenk verpackt

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(Screenshot blickamabend.ch)

Publiziert am… 2. Dezember 2016 im Blick am Abend

Ist sexistisch weil… die Hypothese, dass Männer mehr Geld ausgeben für Geschenke, weil sie nicht basteln und kochen können, generalisierend ist. Somit werden Stereotypen zementiert und reproduziert.

Könnte man besser machen, indem… man bei den Fakten bleibt und Studien kritisch hinterfragt. Wenn schon das «dickere Portemonnaie» erwähnt wird, könnte man auch daraufhinweisen, dass in der Schweiz ein Lohnunterschied von 18 Prozent zwischen Männern und Frauen besteht.

 

 

 

Etwas Sexismus zum Nationalfeiertag

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(Screenshot blickamabend.ch)

Publiziert am… 28. November 2016 auf blickamabend.ch

Ist sexistisch, weil… die Frauen auf ihr Äusseres reduziert werden und nur dazu da sind, „euch den Tag zu verüssen“. Dass einem zum Unabhängigkeitstag von Albanien tatsächlich nichts besseres einfällt, als die gefühlt millionste Top-Ten-Liste über „heisse Frauen“ zu veröffentlichen, ist nicht nur sexistisch, sondern auch unglaublich einfallslos.

Könnte man besser machen, indem… man zum Beispiel zehn albanische Politikerinnen vorgestellt hätte – mit dem Fokus auf ihre Leistungen, nicht auf ihr Aussehen.

 

Coolness für Jungs, Herzli für Meitli

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(Handybild Tagesanzeiger)

Publiziert am… 16. November 2016 im Tagesanzeiger.

Ist sexistisch, weil… in der Printausgabe typischerweise ein Foto verwendet wird, auf dem der Junge das Emoticon mit der dunklen Sonnenbrille in der Hand hat und das Mädchen das Herzliaugen-Emoticon. Das ist eine stereotype Charakterzuschreibung. Jungs sind cool, Mädchen herzig. Jungs sind stolz und selbsbewusst, Mädchen verliebt und verzückt.

Könnte man besser machen, indem… man genau hier mal die Stereotypen durchbricht und diese Emoticons anders verteilt. Denn auch Jungs können verliebt sein und auch Mädchen cool und selbstbewusst.

 

 

Niveau-Limbo mit Energy

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(Handybild Facebook)

Publiziert am… 27. Oktober auf der facebook-Seite von Radio Energy.

Ist sexistisch, weil… der flache Spruch auf Kosten der Frauen geht. Er impliziert, dass Frauen im Allgemeinen mühsam sind und man besser daran tut, sie einfach zu ignorieren und dem Frieden zuliebe zuzustimmen. Können Frauen und Männer denn nicht normal miteinander diskutieren? Wir finden schon!

Könnte man besser machen, indem… Energy lernt, wie man einen guten Witz macht. Learn to take a joke? Learn to make one.